




Jüngste Zeitgeschichte und junge Philosophen
Junge Protagonisten, kurz vor dem Schritt in die Welt der Erwachsenen, richten ihr Wort an Gleichaltrige und regen mit ihrer Geschichte zum Nachdenken an. Ob die 16-jährige Ella aus Jerusalem (“Aftershock“), der 19-jährige Robin im Irakkrieg (“Himmel über Falludscha“), der an Leukämie erkrankte Sam (“Wie man unsterblich wird“) oder die schwer verunfallte Jenna Fox (“Zweiunddieselbe“). Alle erzählen von dem Augenblick, der ihrem sorglosen Teenagerleben schlagartig ein Ende setzt und sie gnadenlos konfrontiert mit Leid, Angst und Hass. Doch das traurige Unverständnis, dass ein junger Mensch Krieg, Schmerz und Hoffnungslosigkeit gegenüber fühlt, veranlasst ihn auch zu Gedanken über unser vergängliches Leben, dessen Sinn und Willkür. Und nicht selten findet er Hoffnung, wo andere in Dunkelheit versinken.
Dank dieser kleinen Hoffnung übersteht auch der 15-jährige Khalid (“Guantanamo Boy“) aus England die zwei längsten Jahre seines Lebens. Eingesperrt in Guantanamo, allein und isoliert von der Aussenwelt, schreit der minderjährige Terrorverdächtige unermüdlich nach Gerechtigkeit. Betroffen und fassungslos bleibt nicht nur Khalid in seiner Zelle zurück, sondern auch der Leser vor dem zugeschlagenen Buch.
Jugendbücher, die spannender und aktueller nicht sein könnten!
Lea Wenger
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