3. Juni 2017

London, September 1939. Eine junge Frau aus gutem Hause, die schöne und kluge Mary North, die noch nie etwas Schwereres als ein Cocktailglas heben musste, meldet sich zum Freiwilligendienst und wird als Hilfslehrerin eingesezt. Das passt ihr anfangs überhaupt nicht, denn sie hatte sich einen heldenhafteren Einsatz vorgestellt. Mit der Zeit wachsen ihr die Kinder allerdings ans Herz. Noch mehr tut das ihr junger Kollege Tom - und eines Sonntagnachmittags während des Fronturlaubs dessen bester Freund Alistair. Eine Dreiecksgeschichte in Zeiten des Krieges, spannend, lustig, traurig, wundervoll.

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Pfingstferien mit Pu & Co.

Langeweile im Gotthardstau? Schlaflos im Nachtzug? Kein Problem. Harry Rowohlt liest diese herrlichen Kinderbuchklassiker so schön vor, dass Sie gar nicht mehr aussteigen möchten. Wenn Ferkel piepst und Pu die Welt erklärt, wenn IA ein Bild des Jammers ab- und Kaninchen seine Befehle durchgibt, läuft der grosse alte Mann des Hörbuchs zu Höchstform auf. Harry Rowohlt ist vor zwei Jahren verstorben, aber seine Figuren sind unsterblich und begleiten uns mit knurrigem Bass und glockenhellem Silberstimmchen durch ganz Europa. Die Vorlagen sind "Pu der Bär", "Der Wind in denWeiden" und "Lafcadio".

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13. Mai 2017

Zugegeben: verschwunden und nie wieder aufgetaucht ist meines Wissens im Thurgau noch niemand, der nicht einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Trotzdem ist es schön, beim Wandern eine zuverlässige Karte zurate ziehen zu können. Wo befindet sich genau diese Fähre über die Sitter bei Bischofszell? Sollen wir den Servelat beim Hosenruck oder am Muggensturm grillieren? Woher fährt das Schiff auf die Reichenau und wo ist der Thurweg langweilig? Die nagelneue Thurgauer Wanderkarte ist zweiseitig bedruckt und hochdeutsch beschriftet. Die Handlichkeit hat sich verdoppelt und der Preis halbiert.

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6. Mai 2017

Giraffe langweilt sich. Gut, dass Pelikan einen Postdienst aufziehen will, denn das ist die Gelegenheit, einen Brief über den Horizont zu schicken. Via Robbe gelangt der Brief zu Pinguin, der sich über die Selbstbeschreibung von Giraffe ("Ich bin berühmt für meinen langen Hals") wundert: was ums Himmels Willen ist ein Hals? Auch der kluge Wal weiss das nicht und so nimmt die Korrespondenz ihren Lauf. Kommunikation, Neugier und Freundschaft machen das Leben interessant, lernen wir, und wenn dabei noch eine Reise herausschaut, kann das Leben richtig schön und lustig werden. Ab 8J.

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29. April 2017

Peter Krauss' Handwörterbuch der Vogellaute macht uns die Tatsache bewusst, dass wir erst seit wenigen Jahrzehnten systematische Tonaufnahmen kennen. Zuvor behalf man sich mit Ausdrücken für die lautmalerischen Entsprechungen des Vogelgesangs, die einen Schatz an originellen Verben bergen. Die Grasmücken zum Beispiel, sie schnarren (tscharr, tschek) und schmätzen (tze tze), sie gätzen und gigitzen. Tonfolgen sind auch als Noten abgebildet und jedes Burren und Rätschen ist akkurat beschrieben. Dazu ist das Büchlein reich illustriert und schmeichelt in seiner schönen Gestalt Auge und Hand.

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22. April 2017

Clark und Cindy sind ein New Yorker Paar. Sie macht was mit Mode, er ist Broker an der Wall Street. Neni und Jende sind aus Kamerun eingewandert. Sie haben einen halblegalen Status und Jende ist glücklich, als er von Clark als Fahrer eingestellt wird. Es entsteht eine Beziehung zwischen den beiden Familien, die von Freundlichkeit und gegenseitigem Wohlwollen geprägt ist, doch als die Wall Street 2008 von der grossen Krise geschüttelt wird, brechen die Gräben auf. Eine feine neue Stimme aus Amerika und ein grossartiger Roman über New York und Kamerun, über Familie und Migration.

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Ostersamstag

Auf dem Wochenmarkt ist die Hölle los. Anstatt sich in der Traube vor dem Gemüse ganz hinten anzustellen, um zum Schluss nur noch drei Spinatblättchen vorzufinden, könnten wir uns dieses Jahr an Ostern mal in die Beiz begeben. Die Zeitschrift LandLiebe hat für dieses Buch 99 Gasthäuser ausgewählt, die am Sonntag geöffnet haben und wo gute Köche, gemütliche Stuben und aussichtsreiche Terrassen  zum Verweilen einladen. Leider liegen nur zwei davon im schönen Thurgau, dafür ist die Verlockung gross, die Wanderschuhe anzuziehen und den Hunger ausserkantonal zu stillen.

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Gründonnerstag

Weil so viele Sonntage anstehen, gibt es diese Woche zwei Buchtipps. Der erste für die Kinder: mein Lieblingshase dieser Saison ist eigentlich ein Kaninchen, denn es gräbt ein Loch. Ein Loch gegen den Regen. "Nein, so geht das nicht. Gegen den Regen braucht man eine Höhle!" motzt der Bär, nachdem ihm der Hase seine Absicht erklärt hat. Auch Specht, Dachs, Biber & Co geben ihren Senf dazu und erklären, was man gegen den Regen tun sollte. Doch der Hase gräbt unbeirrt weiter. Und als der Wolkenbruch losgeht, flitzt er in sein trockenes Loch und lässt den Trupp der Besserwisser im Regen stehen.

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8. April 2017

Jürgen Dose hat einen Job im Parkhaus, der ihm viel abverlangt; zu Hause liegt seine Mutter ganztags im vollelektronischen Pflegebett. Jürgen erleichtert sich sein Leben mit allerlei Weisheiten von der Zuckertüte und ist eigentlich ganz zufrieden. Das liegt nicht zuletzt an seinem Freund Bernd Würmer, der im Rollstuhl sitzt und auch sonst in mancherlei Hinsicht schlechter dran ist als Jürgen. Die beiden zanken sich zwar tagein, tagaus, aber es eint sie die Sehnsucht nach einer Frau. Als gegenseitige Lehrmeister in Liebesdingen sind Jürgen und Bernd allerdings eine echte Katastrophe.

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1. April 2017

André Heller und seine Mutter Elisabeth haben spät zueinander gefunden. Er hielt sie für eine Opportunistin, sie ihn für einen Luftibus. Doch im Alter von 102 und 70 Jahren kommen sie sich näher, fühlen sich freier und sprechen über die wichtigen Dinge des Lebens: "Irgendetwas räumt in meinem Gedächtnis auf, und das Überflüssige wird ausgeschieden. Seitdem hab ich auch nie mehr Kopfweh", sagt die Mutter. "Wir sind füreinander eine ernste Herausforderung und oft ein Ärgernis und immer ein klarer Spiegel", der Sohn. Das offene Gespräch voller Weisheit und Lebensfreude ist ein grosses Lesevergnügen.

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18. März 2017

Augen auf! Die Hummelköniginnen sind unterwegs. Wie kleine, pelzige Zeppeline surren sie bodennah umher und suchen nach Plätzen, um ein Nest zu bauen. Sie brauchen viel Energie und stillen ihren Hunger an Weide und Haselstrauch. Hummeln bauen ihr Nest aus Wachs und brüten ihre Eier aus wie die Vögel. Die Wachstöpfchen werden später wiederverwendet und dienen zur Aufbewahrung von Nektar und Pollen. Dies alles und noch viel mehr erfahren wir beim Lesen dieses naturgetreu illustrierten und vorzüglich getexteten Kindersachbuches über die sympathischen Insekten.

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11. März 2017

Es ist ziemlich viel, was auf Susa einstürzt. Die Frau, die sie zur Adoption freigegeben hatte, meldet sich bei ihr und möchte sie treffen. Zwei Brüder tauchen auf. Der Vater hat Krebs. Der neue Liebste hat zwei kleine Töchter. Familie im Multipack also - und jetzt wird sie auch noch schwanger. Da kann man sich zur eigenen Identität schon ein paar Fragen stellen. Zu wem gehöre ich? Wer gehört zu mir? Wem gleiche ich? Gibt es eine richtige Familie? Familie sind die Menschen, mit denen wir leben, die wir lieben und für die wir uns verantwortlich fühlen, ist wohl die Quintessenz dieses schönen Romans aus Norddeutschland.

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3. März 2017

Klare Urteile über Kleiber, Adler, Spatz und Specht. Seit es Vögel und Menschen gibt, ist deren Verhältnis kompliziert. Menschseits werden den Vögeln allerhand schlechte Eigenschaften unterstellt: Die heuchlerische Meise, der gierige Kormoran, der mies gelaunte Graureiher sind nur drei davon. Alles Neid: Die Vöglein können nicht nur besser pfeifen, sie sind auch hübscher und fliegen uns trägen Zweibeinern frech um die Ohren. Sie beklagen sich weder über übereifrige Hauswarte noch über schwindende Habitate, obwohl sie Grund genug hätten. Mit träfen Bildern des unvergleichlichen F.W. Bernstein.

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25. Februar 2017

Henry geht mit Gülsa seine Oma im Krankenhaus besuchen. Sie kaufen Blumen, wie sich das gehört. Dann muss Gülsa telefonieren. Und weil Henry sich langweilt, macht er sich schon mal allein auf die Suche. Das ist nicht einfach, denn so ein Krankenhaus ist gross. Aber Henry gibt nicht so schnell auf. Suchend geht er von Tür zu Tür und sieht Szenen aus dem Spitalalltag. Einen Jungen ohne Haare zum Beispiel und ein Mädchen, das sich eine Bohne ins Nasenloch gesteckt hat. Als Henry endlich auftaucht, schimpfen Gülsa und Oma, aber sie sind natürlich froh, dass er wieder da ist und etwas zu erzählen hat. Ab 5.

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18. Februar 2017

Georgia 1917. Der Farmer Pearl Jewett verzichtet auf jede irdische Freude, um einst an der himmlischen Tafel umso reicher belohnt zu werden. Seine drei Söhne können dieser Lebensweise am Rande des Verhungerns wenig abgewinnen und geben sie auf, kaum dass der Vater seinen letzten Stein vom Acker geschleppt hat. Als Desperados ziehen sie durch das Land, immer auf der Suche nach einer schlecht bewachten Bank und einer warmen Mahlzeit. Es ist eine Reise vom Elend ins Verderben, denn ihr Treiben bleibt nicht unbemerkt und bald werden sie von allerhand Kopfgeldjägern gesucht.

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11. Februar 2017

Ganz ungeküsst wollen wir den Valentinstag ja nicht verstreichen lassen und haben uns deshalb nach dem perfekten Buch umgeschaut, das die Kussfreude unserer Liebsten wecken soll. Wer hätte gedacht, dass wir gerade beim französischen Philosophen und Soziologen André Gorz fündig würden, der mit Büchern wie "Zur Strategie der Arbeiterbewegung im Neokapitalismus" nicht gerade als Romantiker hervorgetreten war. Im Alter sanfter geworden, schrieb er nach 58 Jahren Ehe seiner Frau Dorine diesen Liebesbrief von grosser Zärtlichkeit, voller Respekt und Dankbarkeit für die gemeinsamen Jahre.

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4. Februar 2017

Nach den Aufnahmen aus dem Thurgau ("So händs gschwätzt") erweitern wir den Horizont in Richtung Südwesten und spitzen die Ohren für die Stimmen der Schweiz in historischen Aufnahmen - in Text und Ton herausgegeben für die Landi 1939. In Zeiten, wo man fürchtete, die Dialekte könnten im 1000jährigen Reich untergehen, nutzte man die neue Möglichkeit, Stimmen und Sprache auf Tonträgern zu konservieren. Ein schönes Buch mit ausführlichem Vorwort, tollen Bildern und vielen witzigen Texten in Schweizer- und Hochdeutsch, Patois und Französisch, Tessiner Dialekt und Italienisch sowie Rätomomanisch.

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28. Januar 2017

Milena Moser neigt dazu, der Mütze hinterherzuspringen, nachdem sie sie über Bord geworfen hat. Sehr sympathisch, aber auch recht riskant, diese Lebenseinstellung. Sie hat dazu geführt, dass Frau Moser ihre Zelte der Schweiz abgebrochen hat, um in ihr winziges Haus in Santa Fe zu ziehen. Auf der Suche nach der Freiheit und der grossen Liebe, nach Prärie, Pferden und Indianern. Sie lässt ihre Familie zurück und fast ihren gesamten Besitz und fängt neu an. Die Geschichte kennen wir. Aber wenn Milena Moser sie erzählt, wird sie richtig mitreissend, zum Lachen und zum Träumen.

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21. Januar 2017

Marie fühlt sich wie aus dem Nest gefallen. Seit ihre Familie ins Dorf gezogen ist, fehlen ihr die früheren Freundinnen und Freunde. Der Vater fehlt ihr sowieso, seit er eine nicht mehr bei ihnen wohnt und die Mutter ist keine grosse Hilfe, weil sie Künstlerin ist und ihre neue Ausstellung vorbereitet. Die Mädchen in Maries Klasse sind seltsam. Mal versuchen sie, Marie für ihre Interessen einzuspannen, mal drehen sie ihr den Rücken zu. Zum Glück hat Marie ihren Feldstecher. Sie findet Trost im Beobachten der Vögel - und vielleicht hat sie ja schon einen Freund gefunden, ohne es richtig zu merken?

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14. Januar 2017

Wir haben Euch so viel zu verdanken. Die Arbeit, die ihr oft für wenig Lohn und  unter schwierigen Bedingungen leisten musstet. Die schönen Gärten. Das gute Essen. Wer wollte sich heutige Städte ohne italienische Restaurants vorstellen? Die Mode. Ihr lehrtet uns, dass es nichts Oberflächliches ist, schöne Kleider zu tragen, sondern eine Frage der Selbstachtung. Ihr musstet hart schuften und vermisstet eure Familie, die hier nicht leben durfte. Grazie a voi. Wer diese Buchempfehlung als Abstimmungsempfehlung für die erleichterte Einbürgerung der 3. Generation lesen will, darf das gerne tun.

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